Flankengott

Football is bigger than life!


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Das perfekte Spiel

Wir Trainer und auch die Zuschauer/Fans sind alle auf der Suche nach dem perfekten Spiel. Doch was macht so ein perfektes Spiel aus? Wenn man mit Trainern spricht nennen sie zunächst einmal die Basisaspekte des Spiels, d.h. technische, taktische und körperliche Überlegenheit. Doch, wenn beide Mannschaften auf Augenhöhe agieren, oder das Tor bei dieser Überlegenheit einfach nicht fallen will, was braucht es dann noch? Was also führt zum Sieg eines Fußballspiels? Die Antwort: Das Spiel wird im Kopf entschieden? Wie stehe ich auf dem Platz? Wie ist meine Körpersprache? Wie hoch ist meine Konzentration, mein Wille? Genau… der Wille zum Sieg! Befragungen unter Trainern zeigen immer wieder die Wichtigkeit der „Siegerhaltung“. Trainer geben ihr zu 50% die Wichtigkeit, um ein Spiel zu gewinnen. Danach kommen erst Verteidigung (10%), Angriff (10%), Auswechslungen (10%), Standards (10%), besondere Einzelspieler (5%) und ja auch Glück, z.B. bei Schiedsrichterentscheidungen (5%). Spieler sind emotional bei Fußballspielern, sie sind keine normalen Arbeitsnehmer, die ihren Dienst nach Vorschrift verrichten (obwohl das manchmal so aussieht bei weniger wichtigen Spielen)… Sie erinnern sich nach großen Spielen immer nur an ihre Gefühle, an ihr Selbstvertrauen, an das Gefühl gewinnen zu wollen. Diese Siegermentalität wird mit im Jugendbereich noch unterschätzt bzw. nicht „gesucht“. Wobei die Jugendspieler der Lizenzmannschaften schon durchaus nach diesem Kriterium ausgewählt werden. Da gibt es viele Spieler, die vielleicht technisch nicht so überragend sind, aber kämpferisch einen unglaublichen Willen zum Sieg mitbringen. Solche Spieler sind wichtig. Dazu kommt heutzutage eine fast schon religiöse Verklärung der Athletik. Wenn man sich die U12 und U15 führender Mannschaften anschaut, bekommt man zweifelsohne „Respekt“. U12 Spieler, die schon 1,70/1,80m groß sind mit entsprechendem Selbstvertrauen, da braucht es schon eine gehörige Portion Mut dagegen zu halten, wenn die gegnerische Mannschaft „nur“ normale Spieler dieser Altersklasse hat. Klar, gerade in dieser Phase sind die Entwicklungsunterschiede der Jungs und Mädchen z.T. dramatisch, die dann ab 17 Jahren sich wieder angleichen. Da kann es wieder zu Verschiebungen und auch zum „Aussortieren“ kommen. Deshalb sollte man immer auch einen kritischen Gedanken daran verschwenden, ob es wirklich sinnvoll ist mit einem „Talent“ schon früh zu höherklassigen Vereinen zu wechseln. Wenn er komplett heraussticht, dann vielleicht, aber die volle Entwicklung ist erst frühestens ab 15 Jahren nach der Adoleszenz zu erkennen.

Aber zurück zum perfekten Spiel. Wenn sich die dazu die perfekte Mannschaft zusammenstellen könnte, welche perfekten Spieler gehörten dann dazu? Technik, Taktik und Körper habe wir als Basis sind festgehalten. Welche charakterlichen Eigenschaften braucht der perfekte Spieler, um die Siegermentalität zu demonstrieren? Welche Einstellung ist die „richtige“? Dazu kann man sich einfach mal einen Spieler vorstellen und sich überlegen, welche kniffeligen Situationen gibt es während eines Spiels und wie sollte er da reagieren? Hier also eine lose Reihe von Situationen und Sie können sich selbst beantworten, welche Reaktion die „erwünschte“ wäre, um ein Spiel zu gewinnen oder zumindest in die erfolgreiche (Dominanz) Richtung zu führen.
Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls strittige Schiedsrichterentscheidungen fallen. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er einen Fehler macht. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls die Mannschaft mehrmals hintereinander verloren hat. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er verletzt ist. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls es in die Mannschaft zurückkommt. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er neu in der Mannschaft ist. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls Mitspieler Fehler machen. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er eine gelbe Karte bekommt. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er als Auswechselspieler auf den Platz kommt. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er auf der Bank sitzt. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls Druck von außen bekommt. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er ausgewechselt wird. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er eine Formschwäche hat. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls die Mannschaft ein Tor Vorsprung hat. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls die Mannschaft ein Tor im Rückstand ist. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er vom Gegner beleidigt oder eingeschüchtert wird. Ein perfekter Spieler reagiert, indem er…, falls er provoziert wird. usw.

Diese Liste kann man sicher auch noch länger fortführen. Sie soll aber im Moment nur aufzeigen, welche komplexen Anforderungen an moderne Fußballspieler gestellt werden, wenn es doch „nur“ um ein Spiel geht… Genauso sind wir aber auch als Trainer und Vorbild gefordert. Die Reaktionen sollten von einem „perfekten Trainer“ ebenso erwartet werden können, wenn es die Spieler sind. Wenn man sich die Mannschaften weltweit anschaut, wird wieder mal als Benchmark der FC Barcelona herhalten  müssen. Hier wird gerade schon in der Jugendarbeit auf eine saubere Charakterbildung Wert gelegt. Beispielhaft.

Fazit: Man weiß als Trainer um die Möglichkeit des perfekten Spiels. Wir kennen auch die Grundlagen und doch passiert es so selten… Viel Glück wünsche ich allen, die sich auf den Weg zum perfekten Spiel machen. Dranbleiben. Danke. Bitte.


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Ericsson oder Pep?

Im Moment gibt es ja die Frage, ob Ericsson bei 1860 und Pep Guardiola bei Bayern gute Lösungen wären (Ericsson wurde gerade bestätigt!)? Meine Meinung ist weder noch… Denn Ericsson wird sicher auch einige Forderungen stellen, die einfach finanziell nicht leistbar sind und der Club hat auch nicht das Umfeld für einen Trainer seines Formats. Bin mal gespannt. Trotzdem alles Gute. So einen Trainer in München zu haben ist schon so Weltklasse.

Jetzt zu Pep Guardiola. Noch ein Weltstar in München? Der Gedanke ist zwar schmeichelhaft, doch auch hier bleiben Zweifel. Er hat noch keine andere Mannschaft außer Barcelona trainiert (Kürzel ja auch FCB…) und ganz ehrlich, mit der halben spanischen Nationalmannschaft und zusätzlich Messi… Wer gewinnt da nicht 17 Titel? Man hat ja deutlich gesehen, dass wenn die Leistungsträger fehlten auch er keinen Plan B hatte und sang und klanglos manches Spiel verlor… Mir kommt es beim Kampf um Guardiola so vor, als wäre es ein reiner Prestigekampf, wer holt ihn, wer bekommt ihn, wem schenkt der Gnädige das Vertrauen? Sind es Geld (Chelseas 66 Millionen) oder Familie (Bayern)? Wer ist der schönste im ganzen Land? Bißchen kleingeistig… Wo könnte er denn überhaupt passen? Für was steht Pep? So ganz zu klären ist das nicht. Es wird sich bei der nächsten Station zeigen, ob nun London, Manchester oder München, Hauptsache Italien… 😉 Danke. Bitte.


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Übrigens,…

Ebenso wissenschaftlich betrachtet: Beim Elfmeterschießen sollte der schwächste Schütze zuerst ran, dann der zweitschwächste und so weiter. Das ist überraschend, aber logisch: Mit steigendem Druck sinkt die Trefferwahrscheinlichkeit des Schützen, deshalb sollte zum Schluss der mit der höchsten Wahrscheinlichkeit schießen, dann ist die Chance auf ein Tor noch am größten.
… und noch eins, natürlich lassen sich Elfmeter trainieren, denn je öfter ich etwas unter wenig Druck getan habe, je besser bin ich unter Druck… klar oder? Danke. Bitte.


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Fußball, der ungerechteste Sport der Welt

Wissenschaftlich betrachtet ist es tatsächlich so… Physik Prof. Metin Tolan hat es untersucht und bewiesen. Wobei, wenn man die Fakten kennt, es auch ganz logisch daher kommt.

Im Fußball fallen auf die Spielzeit gesehen die wenigsten Tore bzw. übertragen betrachtet auch Punkte. Z.B. im Handball oder Basketball fallen z.T. pro Minute mehr Tore/Punkte als im Fußball pro Spiel. Das bedeutet, dass im Fußball sich auch die schwächere Mannschaft mit einem „Zufallstor“ als Sieger durchsetzen kann. In anderen Mannschaftssportarten ergeben sich aber so viele Chancen und Tore/Punkte, dass immer die stärkere Mannschaft gewinnt. Das führt auch zu wenig Überraschungen und wenig Spannung. Umgedreht ist Fußball somit spannender und deshalb so beliebt. Auch eine unterklassige Mannschaft kann gegen einen höherklassigen Gegner gewinnen (siehe z.B. DFB-Pokal oder alle anderen Pokalwettbewerbe weltweit). Ein solcher Modus würde im Handball überhaupt nicht funktionieren. Gute Mannschaften erzielen pro Spiel bis zu 35 Tore, wenige starke vielleicht nur 15-20. Beim Basketball sind es ja noch mehr Punkte. Auch in den jeweiligen Tabellen ist es zu beobachten, dass sich das Lager dort in starke und weniger starke Mannschaften trennt. Genau in der Mitte gibt es einen Punktesprung bzw. einen großen Punkteabstand. Das gilt natürlich auch, wenn eine starke Mannschaft mal schlecht drauf ist oder wichtige Spieler fehlen und sie dann ein Spiel verlieren… Dann war die andere Mannschaft einfach, auch objektiv, besser. In diesen Sportarten gibt es auch keine „Überraschungsmeister“ oder gar das Phänomen, dass ein Aufsteiger Meister werden kann.
Aber das macht es beim Fußball ja spannend. Darum ist Frauenfußball auch langweiliger, denn es fallen mehr Tore, weil die Unterschiede zwischen den Teams größer sind. Aber es gäbe hier eine einfache Lösung: Es müssten in jedem Team genau zwei Frauen mehr spielen, am besten in der Abwehr. Dann wären die Räume enger, es würden weniger Tore fallen. Das kann man, laut Tolan, ganz leicht berechnen. Erstaunlich, dass die FIFA das nicht tut.
Somit ist bewiesen, Fußball ist der ungerechteste Sport der Welt… allerdings darum auch der emotionalste und einer der spannendsten.


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Statistik Ballbesitz

Ein Gedanke nochmals zum Ballbesitz. Gibt eine Möglichkeit die Qualität des Ballbesitzes zu beurteilen. Ja und nein. Ja, die Qualität kann sich nur am Erfolg messen – also ergibt sich die Qualität nur aus dem Ergebnis und steht also erst am Schluß des Spieles fest. Nein, Vorraussagen sind nicht möglich und die Quantität von Ballbesitz ist nicht aussagefähig. Beispiel: Man kann 89 min. ohne Torerfolg wunderbar kombinieren und das Spiel bestimmen und trotzdem in einer Minute einen „überraschenden“ Gegentreffer und verliert das Spiel. Das führt uns immer wieder zur Erkenntnis, Fußball ist nicht vorhersagbar und „ungerecht“.