Flankengott

Football is bigger than life!

Gibt es den perfekten Spieler? Verstehe deinen Spieler…

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Nachdem wir uns Gedanken zum perfekten Spieler und damit zur perfekten Mannschaft gemacht haben, sollten wir ein paar Sätze und Gedanken zum Verständnis eines Spielers verlieren. Was macht ein umfassendes Spielerprofil aus? Da gibt es sicher die „harten“ Fakten, wie körperliche, taktische und technische Kriterien und „weiche“ Faktoren, wie mentale, emotionale sowie grundsätzliche Einstellungskriterien. Natürlich ist es wesentlich dazu zu beachten, in welcher Liga man spielt und wie hoch die einzelnen Faktoren zu bewerten sind. Darüber hinaus ist die Vorgabe des Trainers wichtig, wie die Kriterien jeweils gewichtet werden.

Im Trainingsplan sollten also Einheiten platziert werden, die die Spieler als Basisausbildung vor eine körperliche Herausforderung stellen. Durch Wiederholungen wird die Technik geschult und verfestigt. Taktische Vorgaben sollten eingeübt und in der Vorbereitung besprochen werden. Je nach Rahmenbedingungen und Klasse der Spieler sind diese Faktoren Grundvoraussetzung eines jeden Trainings, nur die Intensität und Komplexität sind variabel.

Die „weichen“ Faktoren kann man durch gezieltes und individuelles mentales Training fördern und fordern. Wir können auch die Emotionalität unter dem Licht der Selbstbeherrschung unter Druck testen, festhalten und durch geeignete Maßnahmen korrigieren, falls es nicht der Mannschaftsphilosophie und der Haltung des Vereins entspricht. Als oberste Spitze der „weichen“ Faktoren kann der Lebenswandel der Spieler bewertet werden. Hier ist es natürlich am schwierigsten klare Bewertungen und auch „Training“ stattfinden zu lassen. Welcher Lebenswandel nun der richtige sei, bleibt durchaus subjektiv, kann aber auch sehr entscheidend sein. Hier mag angeführt werden, wie stark der Spieler sich seinen Lebenswandel bewusst ist und er eine grundsätzliche Bereitschaft an den Tag legt sich damit auch kritisch auseinander setzen kann. Will er sich dem Fußball und der daraus resultierenden notwendigen Leistung voll verschreiben, nur weniger oder gar nicht.

Somit kann man folgende Profilfaktoren festhalten:
Die „harten“ Fakten, wie Physis, Technik und Taktik –
Die „weichen“ Faktoren, wie Psyche, Emotionalität und Lebenswandel –
und das jeweilige Spielerverhalten dazu.

Natürlich steht nicht jeder Spieler auf derselben Entwicklungsstufe innerhalb dieses Systems. Auch unterschiedliche Ausprägungen und Entwicklungen in den sechs Profilfaktoren sind ganz normal. Sie verändern sich wie das Leben drum rum stetig und ständig. Nur das Bewusstsein sie auch steuern bzw. beobachten zu wollen muss angelegt sein. Kritische Reflexionen und positive Verstärkungen sind wichtig und können vom Trainer angeregt werden. Das Ziel wäre eine vollkommene Leistung.

Diese Leistung hängt wesentlich vom Alter des Spielers zusammen. Auch gibt es natürlich einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Spielern. Individuelle Charakterzüge ebenso. Alles in allem also ein wunderbarer Blumenstrauß aus mannigfaltigen Facetten. Ajax Amsterdam versuchte dies in seinem TIPS System zu klassifizieren. Technik-Intelligenz-Persönlichkeit-Schnelligkeit. Wobei z.B. bei der Auswahl von Spielern in den unterschiedlichen Jahrgängen unterschiedliche Masterkriterien angelegt wurden. So wurde Schnelligkeit und Technik bei U9 Spielern mit 80% sowie Intelligenz und Persönlichkeit bei U19 Spielern mit 80 % gewichtet.

Aus all diesen Faktoren können jederzeit auch Leistungsprobleme erwachsen. Deshalb ist eine andauernde Evaluation sinnvoll. Sie kann intuitiv und natürlich auch datenbasiert sein… so unterschiedlich und individuell wie Spieler und Trainer nun mal sind.

Wenn es die Ziele des Trainers und des Vereins sind, aber die Trainer dazu nicht die Zeit oder die Möglichkeiten haben, sollte man über Expertenhilfe von außen nachdenken. Es gibt heute viele Berufsbilder, die sich auf viele der dargestellten Facetten spezialisiert haben:
Biomechaniker, Ernährungsberater, Fitnesstrainer, Physiotherapeuten, Psychologen, Ärzte, Berater, Lebensführungstrainer, usw. Wenn im Kern die Leitung steht und der Spieler sowie der Trainer daneben, können in der Peripherie viele positive Personen wertvolle Unterstützung geben.

Wie gesagt, das perfekte Profil wird niemand erreichen, aber alle müssen zusammenarbeiten, damit die Stärken gestärkt und die Schwächen minimiert werden. Natürlich kann jeder Spieler und auch jeder Trainer individuelle Ziele setzen und auch einen eigenständigen Stil entwickeln auf dem Weg zur persönlichen Exzellenz. Das hat auch nicht nur Auswirkungen auf die Leistung im Fußball, sondern gibt für das gesamte Leben eine klare Linie vor. Man kann sagen, an dieser Erkenntnisstelle ist Fußball größer als das Leben. Genauso wie im Leben sind wie von Individuen umgeben. Manchmal „können wir einfach nicht mit dem…“. Wenn am also feststellt, man hat alles in deiner Macht stehende getan, um eine Spielerleistung zu optimieren und es funktioniert nicht, dann muss man sich auch trennen können. Das gilt allerdings auch für Trainer, die in das Konzept eines Vereins nicht mehr passen ebenso.

Als nächstes werden wir die Spielerbewertung nach Stärken und Schwächen beleuchten.
Danke. Bitte.

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